Die diesjährige Abschlussübung fand am Samstag, den 15.09.2016 im Lohbergtunnel statt. Neben den Mühltaler Feuerwehren nahmen Kameraden aus Ober-Ramstadt mit ihrem Einsatzleitwagen 1 und weitere Kameraden aus Pfungstadt mit dem Einsatzleitwagen 2 des Landkreises teil.

Der “Einsatz- und Alarmplan Lohbergtunnel“ soll in Kürze durch ein Konzept zur Brandbekämpfung ergänzt werden, welches unter Berücksichtigung der Luft-Strömungsrichtung und der baulichen Gegebenheiten, eine spezielle Taktik zu Ausrüstung und Einsatz von Atemschutz-Einheiten beschreibt. Während beispielsweise bei einem normalen Innenangriff Zweimann-Trupps eingesetzt werden können, sind für den Einsatz im Tunnel Atemschutz-Einheiten mit einer Stärke von fünf Personen notwendig.

Um den Konzeptentwurf testen zu können, wurde anstelle einer Einsatzübung erstmals eine Stationsausbildung durchgeführt. Die Teilnehmer teilten sich auf die Stationen “Löschangriff“, “Suchen und Retten“ sowie “Fluchtstollen“ auf. Die Einheiten der einzelnen Stationen wurden aus Einsatzkräften aller Ortsteile gemischt, da dies im Ernstfall auch notwendig sein kann.

Angenommen wurde der Brand eines Lkw im Bereich nördlich der Pannenbucht. Vom Nordportal aus fuhr eine erste Einheit, bestehend aus sechs Einsatzkräften, mit einem Löschfahrzeug zur Vornahme der ersten beiden Strahlrohre in den Tunnel ein. Eine weitere Einheit aus fünf Einsatzkräften folgte fußläufig zur Unterstützung, sodass von 11 Einsatzkräften vier Strahlrohre vorgenommen wurden. In dieser moderierten Übung wurde neben den Abläufen auch die Strahlrohrführung trainiert, denn anders als bei einem Brand im Freien muss im Tunnel neben der eigentlichen Brandbekämpfung auch auf das Herunterkühlen der Wände und Decken geachtet werden. Der Löschangriff erfolgt grundsätzlich mit der aktuell vorherrschenden Luftströmung, während auf der Luft-Abströmseite der Brandstelle, also im verrauchten Bereich, weitere Einheiten zum “Suchen und Retten“ vorgehen.

Am 15.09. wurde das Suchen und Retten mit mehreren Atemschutzgeräteträgern vom Südportal aus trainiert. In einem ebenfalls moderierten, ersten Durchgang wurde das Vorgehen dieser Einheiten bei voller Sicht und ohne Atemschutz vermittelt. Hierbei mussten Einheiten aus je fünf Einsatzkräften, von den Querschlägen des Fluchtstollens aus vorgehend, jeweils zugewiesene Tunnel-Bereiche absuchen. Die Einheiten gingen nach einem festgelegten Suchschema und mit Hilfe von Wärmebildkameras und Blinden-Suchstöcken vor. Insgesamt sieben Pkw, Kleinbusse und Lkw mussten kontrolliert werden, fünf Übungspuppen mussten gefunden und mit Hilfe von speziell angefertigten Rolltragen zum nächstgelegenen Notausgang in den Fluchtstollen gerettet werden. Für einen zweiten Durchgang wurde der Tunnel ab der Mitte Richtung Süden durch eine Spezialfirma mit Übungsnebel beaufschlagt. Nun konnte das zuvor erlernte unter Atemschutz und mit teils massiver Sichtbehinderung geübt werden, was in Anbetracht der besonderen Voraussetzungen ein hohes Maß an Disziplin erfordert.

Im Fluchtstollen, der dritten Station, wurden Trupps aus je zwei Einsatzkräften zur Besetzung der Querschläge, sowie zum Transport der aus dem Tunnel geretteten Personen eingesetzt. Augenmerk lag bei diesem Übungsteil neben der Erstversorgung auf der Dokumentation und einem nach Patientenzustand priorisierten Abtransport, sowie der Koordination aller Trupps.

Im Zuge der Übungsabläufe der drei Stationen wurden zusätzlich die Kommunikationswege samt Gebäudefunkanlage überprüft. Eingebunden waren hierin, neben allen schon erwähnten Einheiten, die Einsatzleitwagen aus Mühltal und Ober-Ramstadt als Führungsmittel für die Abschnittsleiter, sowie der in Pfungstadt stationierte Einsatzleitwagen 2 des Landkreises zur Durchführung der Einsatzleitung.

Kreisbrandinspektor Ralph Stühling, sowie die Bürgermeisterin der Gemeinde Mühltal, Frau Dr. Astrid Mannes, machten sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Feuerwehren.